Wenn Open Source-Projekte sich auf ihren Lorbeeren ausruhen (Teil 1)

Heute ist mal Zeit, sich mit etwas Negativem zu beschäftigen, was auch vor Open Source-Projekten keinen Halt macht. Man kann es vielfach betiteln: Überheblichkeit, Hochmut oder aber sich auf seinen Lorbeeren ausruhen.

Es geht mir speziell um zwei Projekte, bei denen ich vermute, diese „Krankheit“ diagnostiziert zu haben. Das ist zum einen der Musikplayer Amarok, zum anderen das CMS Joomla. Aber der Reihe nach. In Teil 1 geht es um den (noch) beliebten Musikplayer Amarok.

Amarok

Amarok war der beste Musikplayer, den es für Linux gab. In seiner Version 1.4 war einfach alles drin, was man sich denken konnte. Er war benutzerfreundlich und herrlich durchdacht in seiner einfachen Anwendung.

Ich benutze hier bewusst die Vergangenheit, denn nach 1.4 kam 2.0 und es war vorbei mit allem. Plötzlich hatte mein ein Stück rudimentäre Software in den Händen, das fragil war und in seiner Benutzerführung seltsam anmutete. Dachte man anfänglich noch, dass sich das bis zur Version 2.1 wieder einkriegt, so wie es seinerzeit bei KDE 4.0 war, so wurde man mit Erscheinen der Version 2.1 doch eines Besseren belehrt. Alte Funktionen aus 1.4 blieben weiterhin verschollen und neue „Spielereien“ hielten Einzug. Lange musste man gar auf die iPod-Unterstützung warten. Selbst globale Hotkeys blieben verschollen.  Meta + X, das einen Song erneut von Anfang startet, war einfach nicht mehr implementiert. Warum?

Ich weiß nicht, wie oft ich mich das gefragt, mich gewundert oder geärgert habe. Warum hat man überhaupt darauf verzichtet, alle Funktionen von 1.4 erst zu portieren und dann alles weiter zu entwickeln? 1.4 war ein Player für die Massen, ausgereift und solide, mit viel Erweiterungsmöglichkeiten. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht nachvollziehen können. Die Moral von der Geschichte war jedenfalls für mich immer die selbe. Weg mit Version 2.X und willkommen 1.4. Zum Glück gab es genug Möglichkeiten, Amarok 1.4 für die aktuellen Ubuntu-Versionen zu installieren (PPA, Kompilieren). Hätte es diese Möglichkeit nicht gegeben, wäre ein Großteil der (Ubuntu-)Amarok-Gemeinde sicher verzweifelt.

Der Aufschrei der Gemeinde war jedenfalls groß. Egal bei welchem Release, die User-Kommentare zu den Ankündigungen sprachen Bände. Es wurde bemängelt, empfohlen und seinem Ärger Luft gemacht.

Was taten nun die Entwickler? Sie blieben ihrer Linie treu. Keine bis schleppende Portierung alter Funktionen aus 1.4, dafür immer neuer Schnickschnack und weitere Gimmicks, die kaum einer braucht.  In der Wirtschaft nennt man so etwas „am Kunden vorbeientwickeln“. Dort hat es nicht häufig zur Konsequenz, dass Unternehmen Einbußen hinnehmen müssen. Mitunter existenzbedrohende. Beispiele dafür gibt es genug. Wie verhält es sich nun bei Open Source-Projekten? Nun, da fließt kein Geld, aber es fließen Nutzer und zwar weg! Im schlimmsten Fall kann es aber auch hier das Aus bedeuten. Bei Amarok kam es meiner Meinung nach nicht so weit, weil es möglich war, weiterhin Version 1.4 zu benutzen, ohne irgendwelche Einbußen hinnehmen zu müssen.

Die Entwickler von Amarok scheinen jedenfalls immer noch jeglichen Kontakt zu ihren Usern verloren zu haben, was bezeichnenderweise auch folgendes Zitat verdeutlicht:

We have lately received quite a lot of requests for a cross-fading feature, so I think we’ll move this higher on our priority list. Maybe we can get it done in cooperation with the Phonon developers (which consists partly of Amarok developers anyway).

Stay tuned 🙂

Quelle: http://amarok.kde.org/en/releases/2.3.2#comment-13320

Ich weiß nicht, wie oft ich den Wunsch nach Cross-fading in Kommentaren und Foren etc. schon gelesen habe. Abgesehen davon, liebe Leute: Ist es so abwegig, einen Player mit Cross-fading auszustatten? An dieser Stelle frag ich mich dann immer, ob den Entwicklern denn überhaupt noch bewusst ist, dass es dort draußen eine Menge User gibt, die Software nutzen wollen. Es ist ja nicht so, dass diese sich nicht äußern. Kann man also so blind durch die Gegend gehen? Man braucht ja nur die Kommentare zu den Ankündigungen zu lesen, um sich ein Bild zu machen.

Es wird dringend Zeit, wieder den Kontakt zu den Usern herzustellen. Was nützt mir die Entwicklung einer Software, die keiner nutzt. Da kann ich mich noch so ins Zeug legen und „tolle“ Funktionen implementieren. Es ist ja noch so, dass es keine Alternativen zu Amarok gäbe.

Vor zwei Tagen gab es nun endlich ein kleiner Lichtblick. Mit der Veröffentlichung von Version 2.3.2 kehren weitere 1.4-Features zurück und ein Umstieg könnte sich nun endlich lohnen. Auch wenn die Benutzerführung weiterhin nicht als ausgereift angesehen werden kann. Ich hoffe jedoch, dass das noch verbessert wird und Amarok zu seiner alten 1.4-Stärke zurückkehrt. Ich bin nicht der einzige, der auf Version „1.5“  wartet, auch wenn die bei den Entwicklern wohl eher die Versionsnummer 3.6 tragen wird.

Weiter geht’s in den nächsten Tagen mit Teil 2 und Joomla.

DD-WRT auf D-Link DIR-615 H/W Rev. D3 installieren

Mit der D-Link-Firmware auf dem DIR-615 zu arbeiten ist nicht gerade übersichtlich. Dies war einer der Gründe, warum ich mich entschied DD-WRT zu installieren. Der andere Grund — der gewichtigere von beiden — war die Firewall. Diese blockte von Zeit zu Zeit SSH-Verbindungen zwischen mir und den Root-Servern, mit denen ich verbunden war. Die lapidare Meldung im Log: "Xmas port scan attack from WAN". Da ich viel per SSH arbeite also ein unzumutbarer Zustand. DD-WRT unterstützt offiziell laut deren Router Database nicht die H/W Rev. D3, sondern nur D2. Mit der Webflash-Image für den D2 funktioniert der Umstieg trotzdem problemlos. Vorher sollte man allerdings die aktuelle Firmware 4.11 von D-Link aufspielen. Die kriegt man hier: D-Link Firmware 4.11 für DIR-615. Wichtig: Unbedingt die README-Datei lesen und befolgen. Nach dem Firmwareupdate auf 4.11 kann man dann das Webflash-Image für die H/W Rev. D2 aufspielen. In der Router-Database wird es unter dem Namen "D-Link DIR-615 rev D2 Firmware: Special image for initial flashing" geführt. Build 14896 hat bei mir problemlos funktioniert. Für den Fall, dass es nicht funktioniert oder beim Flashen etwas schief geht, gibt es beim D-Link einen "Emergency Room", über den das Image eingespielt werden kann. Wie man den aktiviert wird im OpenWRT-Forum beschrieben.

Eine gute Vorbereitung erspart Kummer

Generell sollte man sich vor dem Flashen erst mal etwas in die Thematik einlesen. Daher lege ich jedem folgende Dokumentationen ans Herz: Infos zur Installation von DD-WRT – Grundlegende Informationen. Darin wird auch auf den Peacock Thread verwiesen, der weitere Informationen enthält. Darin wird auch die 30-30-30-Reset-Methode angesprochen. Diese ist meines Wissens nach nicht nötig beim DIR-615. Hält man nämlich Reset gedrückt und schält den Router an, landet man im oben erwähnten "Emergency Room". Hardware-spezifische Infos – Sind nur für die H/W Rev. CX verfügbar. Die Passage über’s Editieren der Firmware entfällt beim D3!

KDE 4.5 und das neue Verhalten beim Fenster verschieben

Wer die mitgebrachten Änderungen des neuen KDE 4.5 aufmerksam studiert, stößt auf ein neues Verhalten beim Verschieben von Fenstern. Nunmehr ist es möglich – anstatt lediglich der Titelleiste – jeden freien Platz in einem Fenster als Anfasser für’s Verschieben zu nutzen.  Was ganz nützlich bei einem Touchscreen ist, muss nicht jedermanns Fall sein.

Deaktivieren lässt sich die neue Funktion nicht über die Systemeinstellungen, sondern nur über den Aufruf von oxygen-settings (z.B. über [Alt]+[F2]). Gleich auf der ersten Seite lässt sich der „drag mode“ einstellen.

Der Dank geht an KDE Hugo für diesen Hinweis.